Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte haben sich in verschiedenen Ländern und Kulturkreisen ganz eigene Kaffeezubereitungsarten entwickelt. Aus diesem Grund nehmen wir eine Erklärung und Zuordnung der Kaffeegetränke und Kaffeespezialitäten nach Ländern vor, auch wenn so manche Kaffeezubereitungsvariante in unserer globalen Welt heute längst auch andernorts angekommen und heimisch ist.
Der Inbegriff der Kaffeekultur über Jahrzehnte hinweg. Viele Deutsche meinen immer noch, Italien wäre die Wiege des Kaffee’s. Manche vermuten sogar Kaffeeplantagen in Italien. Weder haben die Italiener den Kaffee entdeckt, noch gibt es Kaffeeplantagen in Italien. Eines kann man den Italienern aber gewiss zusprechen: Sie haben für die Entwicklung des Kaffeegenusses in ihrem Land und darüber hinaus einen enormen Beitrag geleistet.
8 Gramm Kaffeepulver fein gemahlen, 15 Kilopond Pressdruck mit dem Tamper, 9 bar Wasserdruck der Kaffeemaschine, 2,5 bis 3 cl Wasser, ca. 90 ° Grad Wassertemperatur, das ist Grundvoraussetzung für einen optimalen Espresso der in Italien landläufig als Caffé bezeichnet wird. In der Tasse liegt der Espresso optimal mit einer schönen Crema und einer „tigerfell“ Abzeichnung. Der Espresso stellt die Basis für die Zubereitung vieler weiterer Kaffeegetränke und Kaffeespezialitäten dar.
Mehrzahl von Espresso: Espressi.
Ist gewissermaßen die kurze Form des Espresso. In der Zubereitung verwendet man in etwa die Hälfte der Wassermenge eines Espresso. Kurz, kräftig, das ganze Aroma einer Bohne – so könnte man den Geschmack eines Ristretto beschreiben. Ein schöner Espresso liegt auf der Zunge wie ein Praline.
Der Name verrät den Inhalt, nämlich ein doppelter Espresso. Dieser wird in einer etwas größeren Tasse ausgeschenkt, als der einfache Espresso.
Ein mit Wasser verlängerter Espresso. Die Wassermenge des Espresso Lungo wird im Verhältnis zum normalen Espresso verdoppelt.
Die Ausgangsbasis für einen Cappuccino bildet der Espresso, der in eine normale Kaffeetasse läuft. In einer separaten Kanne wird mit der Milchschaumdüse Milch feinporig aufgeschäumt. Am besten verwendet man kalte Frischmilch. Diese lässt sich hervorragend Schäumen und schmeckt auch besser. Die Kunst der Cappuccinozubereitung liegt in der Kunst des Schäumens und Aufgießens. Ein erfahrener Barista fügt den Milchschaum mit dem Espresso in einer verschmelzenden Symbiose zusammen. Der Geschmack wird dadurch cremig und füllig. Heute gibt es schon viele Meister ihres Fachs, die aus dem Handgelenk wunderbare Herzchen und Blumenmuster in die Cappuccinotasse zaubern.
Der Begriff Cappuccino leitet sich von den Kapuzinermönchen ab. Diesen sagt man die Erfindung des Cappuccinos nach. Ursprünglich wurde der Cappuccino mit einer Milchschaumhaube zubereitet, die der Haube der Kapuzinermönche glich. Daher der Name.
Diesen Espresso versetzt man mit einem Schuss Milch und einer Milchschaumhaube.
Der Espresso wird mit einem Brandy oder Grappa gereicht, manchmal separat in einem eigenen Glas und manchmal bereits mit dem Espresso vermengt.
Ein schmales hohes 200 ml Glas wird zu 2/3 mit Milch befüllt, der Rest mit Milchschaum aufgegossen. Ein separat zubereiteter Espresso wird langsam über den Glasrand eingeführt. Gekonnt zubereitet präsentiert sich die Latte Macchiato in drei Schichten: weiß – hellbraun – dunkelbraun. Neben dem Cappuccino entwickelte sich die Latte Macchiato in den vergangenen Jahren zum bedeutendsten Kaffeegetränk in der Gastronomie.
Die Café Latte wird ebenso wie die Latte Macchiato in einem schmalen hohen Glas zubereitet. Diese besteht aus einem doppelten Espresso und heißer Milch.
Die Durchlaufzeit des Kaffees ist kurz. Der Kaffee wird mit Wasser verlängert. Dadurch erhält man einen voluminösen Kaffee. Aufgrund kurzer Durchlaufzeiten verhindert man das Ausschwemmen von Bitterstoffen.
In ein Glas mit einer großen Kugel Vanilleeis wird ein kalter Espresso oder starker Kaffee gegossen. Das Ganze wird dekoriert mit einer Portion Schlagsahne. Ist als Sommergetränk immer noch der Klassiker unter den Kaffeegetränken.
Österreich ist ein Land mit einer langen Kaffeetradition und einer ausgeprägten Kaffeekultur. Die Wiener Kaffeehäuser sind bekannt. Die Kaffeevielfalt war schon immer eine Besondere. Traditionell röstet man in Österreich etwas dunkler und genießt damit einen kräftigen, bitterstoffarmen Kaffee.
Der Kleine Schwarze wird in der Filtermaschine oder per Handfilteraufbrühung, abgestimmt auf eine Tasse Kaffee, zubereitet. Nicht ungewöhnlich ist die Zubereitung in der Espressokanne und manchmal sogar wie türkischer Mokka.
Ein Kleiner Brauner wird als Kaffeegetränk hergestellt wie ein Kleiner Schwarzer. Als separate Zugabe gibt es Sahne in einem kleinen Schälchen.
Der Kleine Schwarze wird mit Wasser in einem extra Kännchen zum Verlängern serviert.
In Wien trinkt man ihn groß oder klein mit frischer Milch, die normalerweise mit Sahne gemischt ist.
Dieser Kaffee wird mit der doppelten Menge Kaffeemehl für 0,2 l Wasser zubereitet.
Dem Großen Schwarzen wird ein Schuss Sahne beigefügt.
Ein Großer Schwarzer wird mit einer Spirituose gereicht, meist Weinbrand oder Cognac. Dazu wird ein Wasserglas mit viel Zucker serviert.
Das ist ein besonders kräftiger Kaffee, der eine große Schlagsahnehaube versetzt bekommt. So erinnert er an die Kapuze der Kapuzinermönche und hat den Namen bekommen.
Meist erhält man den Melange in einem Glas, welches zu 2/3 mit starkem Filterkaffee und der Rest mit kalter Milch, teilweise mit Sahne vermengt, aufgefüllt wird.
Denken wir an die Schweiz und an Kaffee, fällt uns bestimmt zuallererst der Schümli Kaffee ein. Diesen Kaffee schuldete man den Kaffeevollautomaten, die man in der Schweiz wie ein schweizer Uhrenwerk entwickelt hat. Aber die Schweiz ist mehr als Schümli Kaffee
Der Espresso wird wesentlich leichter getrunken als in Italien und sogar in Deutschland. Das erreicht man, in dem das Kaffeepulver etwas gröber gemahlen wird und dadurch die Extraktionszeit kürzer wird.
Eine Tasse Kaffee mit einem separaten Schälchen Schlagsahne.
Ein mit dem Kaffeeautomaten produzierter Kaffee in der Kaffeetasse. Die Röstung ist meist dunkler wie für Filterkaffee, aber auch heller wie für Espresso.
Der ist, so wie wir ihn alle Kennen und Lieben, auch in der Schweiz fester Bestandteil des Kaffeeangebots und wird auch genau so zubereitet, wie das italienische Original.
Irland ist für viele von uns der Inbegriff von Guiness Bier und Irish Coffee gleichermaßen.
In einem feuerfesten Glas werden vier Esslöffel Wiskey, vermischt mit etwas Rohrzucker, aufgerührt und anschließend erhitzt. Anschließend wird die Alkoholmischung mit Filterkaffee aufgegossen und mit einer Portion Schlagsahne gekrönt.
Denke ich an französischen Kaffee, denke ich Café Au Lait. Na bravo.
Ein Frühstück ohne Café au lait ist für einen Franzosen nicht denkbar. In einer großen Schale ohne Henkel wird ein Filterkaffee mit heißer Milch vermischt. Nicht selten fügt man ein wenig Zichorie bei, um den Geschmack zu verfeinern.
Milch und ein Espresso gesellen sich zu gleichen Teilen zueinander.
Ein Kaffee aus Espressobasis
In spanischen Urlaubsorten liest man oft: Hier gibt’s deutschen Filterkaffee. Ob man daraus schließt, dass man mit diesem Kaffee die Deutschen locken kann?
Viel schöner ist der Anblick in einer typisch spanischen Café-Bar, wenn die Baristi, nicht selten sind es ältere Männer, ihren Beruf alle Ehre machen.
Ein Kaffee wird mit der Kolbenmaschine zubereitet. Die Kaffeetasse wird zur Hälfte mit Kaffee und zur anderen Hälfte mit Milch befüllt. Dazu gibt’s oft ein frisches Gebäckstück aus Blätterteig.
Die Türken haben die Kraft des Kaffees früh erkannt. Der Kaffee war für die Türken seit je her wichtiges Handelsgut, aber eben schon ein bedeutendes Getränk.
Der Türkische Mokka wird in einem Kupferkännchen zubereitet, genannt Ibrik oder Cezve. Dazu wird extrem fein gemahlener und dunkel gerösteter Kaffee mit Wasser in das Kupferkännchen gefüllt und zum Erhitzen gebracht. Der kochende Kaffee wird in eine Tasse oder Glas gefüllt. Der Kaffeesatz setzt sich ab und der Kaffee kann genossen werden.
Mancheiner soll im Kaffeesatz noch die Zukunft lesen können!
Ein, für unsere Maßstabe doppelter Espresso.
Ein verlängerter Espresso.
In einer großen Tasse wird Milch mit einem doppelten Espresso aufgegossen.
Halb Milch, halb Kaffee in einem hohen Glas gereicht.
Viele Jahre waren uns die USA nur als dünnen filterkaffeetrinkende Kaffeenation bekannt. Das hat sich geändert, seit Howard Schulz inspiriert aus Italien zurück kam und mit einer großen Vision und Leidenschaft die Coffee-Shop-Kette Starbucks aufbaute. Howard Schulz hat mit seinem System einen enormen Anschub für neue Kaffeespezialitäten und neue Trinkgewohnheiten ausgelöst. Diese sind zwischenzeitlich auch bei uns selbstverständlich geworden.
Die Liste der Kaffeespezialitäten, will man sie den Amerikanern widmen, wäre unendlich. Vielfach sind die Kaffeegetränke Erfindungen der einzelnen Coffee-Shop-Ketten, welche oft von anderen Kaffeeketten kopiert werden. Die Kaffeespezialitäten erhalten dann einen ähnlich klingenden Namen, damit die Bestellung leichter gemacht wird.
Beginnen wir einfach mal.
Heißgetränke
Ist meist die Basis zur Zubereitung der Kaffeespezialitäten, deshalb sei er hier erwähnt. Hier hält man sich an die Erfinder der Latte Macchiato und belässt es bei einem Glas Milch mit einer Milchschaumhaube, welches mit einem Espresso versetzt wird. Das Ganze gibt’s immer auch in verschiedenen Größen und entsprechender Mischungsverhältnisse.
Fast schon langweilig, für die amerikanischen Kaffeespezialiäten-Zauberer. Deshalb wird Caffè Latte gerne mit Sirup verfeinert, wie zum Beispiel Nuss, Vanille, Banane, Makadamia oder Schokolade.
Eine Latte Macchiato wird mit einem Schuss Caramel Sauce verfeinert. Meist wird die Milchhaube mit der gleichen Sauce dekoriert.
Die Latte Macchiato erhält als Zugabe eine weiße Schokosauce. Bei dieser Zubereitungsart der verschiedenen Macchiatos, wird kein klassischer Sirup verwendet, sondern eben eine spezielle Sauce. Als krönenden Abschluss gibt es oft eine Sahnehaube oben drauf.
In einem Glas wird eine mit Kakao (manchmal auch Sckokosauce) aufgerührte Milch mit einem Espresso versetzt. Als Dekoration eignet sich Schokosauce oder Schokoraspeln.
Diese Bezeichnung verwendet man allgemein für Kaffee jeglicher Zubereitung, welchem eine Geschmacksnote, eben eine Flavour zugeführt wird. Die sogenannten Flavours sind mittlerweile so umfangreich wie extravagant. Neben den Klassikern Vanille, Schoko, Nuss, Macadamia, gibt es zwischenzeitlich viele Exoten auf dem Markt, beispielsweise Kiwi, Ananas oder Chilli. Zwischenzeitlich gibt es schon die ersten Flavours, zwar ohne Geschmack, aber mit extra Wirkung, wie Taurin.
Eisgetränke
Über ein mit Eiswürfel befülltes Glas wird eine doppelter, heißer Espresso gegossen. Gegebenenfalls kann die Espressospezialität mit Zucker aufgerührt werden. Rohrzucker ist immer besser als weißer Raffineriezucker.
Das ideale Sommergetränk: Iced Caffè Latte. In ein Glas kommen Eiswürfel. Darüber wird ein Espresso gegossen und alles mit kalter Milch aufgefüllt.
Die Grundlage bildet ein Iced Caffè Latte, der mit einer Karamellsauce verfeinert wird.
Ein Espresso, Eiswürfel, Milch. Das Ganze mit flüssiger Schokolade verfeinern. Schmeckt echt lecker.
Ein Glas mit Eiswürfeln wird mit einem Espresso und kalter Milch aufgefüllt. Ergänzt wird das Kaffeegetränk mit weißer Schokoladensauce.
Ein mit Wasser verlängerter Espresso wird mit Eiswürfeln aufgefüllt.
Ist eine Kaffee-Kreation von Starbucks. Viele Coffee Shops haben dieses Getränk übernommen und verwenden einen anderen Namen, weil die Verwendung des Namens Frappuccino von Starbucks geschützt ist.
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