Ecuador - Amazonaskaffee Rio Napo

Kochen in der Dschungelküche

Charles Bronson, der Kleinbauernkönig vom Amazonas und sein Vasalle.
Napo ist eine kleine, wirklich kleine Region in tiefsten Regenwaldgebiet des Amazonas. Wenn man das Ende der Welt finden müsste, gut und gerne könnte man sich darauf verständigen, dass dies im Amazonashinterland in Ecuador ist. Nicht viele Menschen kommen hierher. Aber ein paar sind es dann doch, wie zum Beispiel die Schweizerin Sonja Stüssi. Sie lebt seit vielen Jahren in diesem Gebiet. Sonja Stüssi hilft den Menschen vor Ort, Projekte anzuschieben und für das einfache Leben der Amazonasmenschen ein bescheidenes Maß menschlicher Lebensumstände zu erreichen. Die Menschen im Amazonasland sind von Haus aus bescheiden, deshalb aber nicht weniger ambitioniert, wenn es um den Anbau von hochkarätigem Kaffee geht.


Als wir zum ersten Mal von einem Kaffee aus dem Amazonasland gehört haben, waren wir neugierig. Bescheidene 500 Gramm waren zur ersten Verköstigung in der mybeans-Zentrale angekommen. Sortenreiner Robusta, dunkel geröstet, die Spannung steigt. Augenscheinlich jedenfalls schon mal, welche unglaubliche Größe diese Robustabohnen aufweisen. Schon alleine der Anblick dieser Bohnen lässt eine Rarität vermuten. Und, … die Spannung steigt, während die Kaffeemaschine auf Betriebstemperatur gebracht wird.

Kaffee wird nachhaltig inmitten des Urwalds angebaut

Uns interessieren aber gerade auch die Umstände und die Hintergründe dieses Kaffees und ohne genaue Auskunft kann der Kaffee nicht landen. Umso erstaunter hören wir uns die Geschichte des Amozonaskaffees an.

Für die Indigos am Amazonas war es vor einigen Jahren absolutes Neuland, als sie im Rahmen eines Projekts mit dem Kaffeeanbau starteten. Die Idee der Unabhängigkeit stand dahinter. Viele Ideen und Möglichkeiten wurden gesammelt und hinsichtlich der Machbarkeit überprüft. Der Anbau von Kaffee war aufgrund der klimatischen Bedingungen eine Option, die sich aufgetan hatte. Mit den ersten Versuchen des Kaffeeanbaus inmitten des tropischen Amazonasregenwaldes und den Ergebnissen der ersten Ernte stieg das Selbstbewusstsein der Indigos. Inmitten der Urwaldriesen wurden Kaffeesträucher gepflanzt. Kein Mensch redet von Bioanbau, dabei wäre Einsatz von Pestiziden schon alleine aus Geldmangel unmöglich. Also wird Kaffee als Schattengewächs in erstklassiger BIO-Qualität kultiviert.
Der Anbau von Kaffee war eine Sache, aber der Verkauf und die Vermarktung eine ganz andere. Das Ziel, ein paar Säcke Kaffee aus dem Amazonashinterland auf dem Kaffeemarkt zu platzieren und dafür auch noch einigermaßen Preise zu erzielen, trübte die Stimmung anfänglich sehr ein. Schnell wurde klar, welch ruppige Umgangsformen beim Weiterverkauf von Kaffee herrschen. Es entzieht sich unserer Kenntnis im Detail, welche Anstrengungen, Mühen und welcher Optimismus den Indigos abverlangte wurde, bis ihr Kaffee den Weg zu uns gefunden hat. Jedenfalls, nun ist er da, der Amazonaskaffee vom Ende der Welt.

 

Zwischenzeitlich konnten wir auch schon ein paar auserlesene Bohnen unseres Beutels zubereiten und ganz ehrlich und ohne Übertreibung: Wir sind begeistert.

Wir haben bereits geordert und müssen feststellen, dass nun nicht mehr die Amazonasindigos ein Problem haben, sondern wir. Für 2011 gibt es nur 5 Sack Kaffee dieser ungewöhnlichen Robustabohne. Eins ist für uns sicher: Wir brauchen davon mehr.