Seit über 300 Jahren wird in Indonesien Kaffee angebaut. Die Holländer brachten die Kaffeesämlinge ins Land, erkannten aber erst in den 70 Jahren des letzten Jahrhunderts die hervorragenden Bedingungen für Kaffeeanbau auf Sumatra. An den steilen vulkanischen Berghängen wird heute zwischen 900 bis 2400 Meter Hochlandkaffee erster Klasse angebaut. Die Umstände sind vergleichbar mit Abessinien in Äthiopien, dem Herkunftsland der Kaffeepflanze.
Vielschichtige Gründe, wie Bürgerkrieg und Tsunami, haben der Kaffeebewirtschaftung auf Sumatra immer wieder Rückschläge erteilt. In den letzten Jahren hat man daran angeknüpft, die außergewöhnlich guten klimatischen und landwirtschaftlichen Bedingungen zu nutzen.
Eine internationale finanzielle Unterstützung hat dazu beigetragen, den Kaffeebauern auf Sumatra ihr bescheidenes Einkommen zu sichern. ARINAGATA ist eine Cooperative, die so entstehen konnte. Unser Partner in Indonesien, „Sigi“, hat sich ganz besonders diesem Projekt angenommen.
Mit ARINAGATA haben sich 523 Familien zusammengeschlossen. Sie bewirtschaften eine Fläche von 550 Hektar mit rein biologischem und Utz Kapeh zertifizierten Kaffee. Die Cooperative ARINAGATA ernährt heute etwa 4.000 Menschen. Diese Hilfe, nämlich Hilfe zur Selbsthilfe, ist das Beste, was man den Menschen und der Umwelt auf Sumatra antun konnte.
Das Aceh-Hochland, in dem unsere Gayo-Farmer Kaffee anbauen, liegt zwischen 2 und 4 Grad nördlicher Länge in den Bezirken Bener Meriah, Aceh Tenga und Takengon. Die tropischen Regenwälder Sumatras, die bereits seit etwa 300 Millionen Jahren existieren (!), bieten Platz für unzählige Pflanzen, Insekten, Reptilien, für immer noch ca. 3.000 wild lebende Elefanten, 6.000 Orang-Utans, Nashörner und circa 6.000 Tiger.
Schon bei der Einführung des Kaffees auf Sumatra waren die holländischen Entwickler Gott sei Dank sehr umsichtig und pflanzten die Kaffeesträucher in kleinen Parzellen im Schatten der Urwaldbäume. In dieser Form ist es bis heute wunderbar geglückt, Mensch und Natur in eine Lebenssymbiose zu bringen.
Unbedingt erwähnenswert ist, mit welcher Umsicht auf Qualität geachtet wird. Während der Erntezeit gibt es eine wöchentliche Begehung der Kaffeeplantagen durch die Erntehelfer. Nur die wirklich roten Kirschen werden von Hand geerntet. Die Kaffeebohnen werden in einem aufwändigen Prozess vom Fruchtfleisch befreit, zweimal in den natürlichen Flussläufen gewaschen und ausschließlich sonnengetrocknet. Da es im primären Regenwald sehr häufig regnet, müssen die Erntehelfer immer mit einem Auge am Himmel sein. Sonst kann es passieren, dass die Bohnen wieder nass sind, bevor sie überhaupt trocknen konnten! Spannend ist der Abtransport der Kaffeesäcke auf klapprigen Lastwagen über abenteuerliche Strassen nach Medan und zum Hafen Belawan zur Verschiffung nach Hamburg. Die Bohne in Deine Tasse zu bringen wirkt dagegen beinahe wie ein Kinderspiel.