Dem Espresso haben wir vieles zu verdanken. Vor allem eine ganz neue Lebenskultur und ein neues Lebensgefühl. Luigi Bezzera, ein Mailänder Metallwarenhändler war es, der 1901 eine Erfindung zur Zubereitung von Kaffee in Siebträgermaschinen zum Patent anmeldete. Seine Kaffeemaschine war der Wegbereiter zur Zubereitung eines espressoartigen Getränks. Dank Bezzeras Erfindung konnte erstmals ein Kaffeegetränk einzeln, frisch und mittels Druckverfahren zubereitet werden. Doch wie so oft bei Erfindern fehlte auch Bezzera das notwendige Kapital, um der Idee zur Zubereitung eines Espressogetränks nachhaltig zur Marktreife zu verhelfen.
Kein geringerer als Pavoni war es, der Bezzera finanziell unter die Arme griff und mittels Kapitaleinsatz diese erste Espressomaschine in der Ausführung und Handhabung verfeinerte und zur Marktreife führte. Der Name Espresso ergab sich zwangsläufig aus dem Verfahren der Kaffeezubereitung, denn das heiße Getränk wurde mittels Dampfdruck durch den Siebträger „gepresst“. So entstand ein gepresstes Getränk, der erste wirkliche Espresso.
Der Weg zum perfekten Espresso war lange nicht zu Ende. Francesco Illy und Achille Gaggia, zwei Techniker und Tüftler, verbesserten und verfeinerten die Siebträgermaschine erheblich. Achille Gaggia gelang mit seinem Kolbendrucksystem erstmals die Zubereitung eines Espresso mit einer richtigen Crema, so wie wir den perfekten Espresso heute schätzen und lieben.
Diese neuartige Zubereitungsmethode des Espresso mit Crema rief seine Mitbewerber auf den Plan, die ihn anfänglich sogar verdächtigten, das Kaffeegetränk mit Seife zuzubereiten, welche den Schaum bzw. die Crema hervorbrachte. Mit der Weiterentwicklung der Espressomaschine durch Achille Gaggia war die Espressozubereitung ernsthaft revolutioniert. Ein Paradigmenwechsel in der Kaffeezubereitung war eingeleitet.
Ohne die Erfindung der Siebträgermaschine oder wie wir umgangssprachlich gerne sagen, der Espressomaschine, wäre uns die gesamte Vielfalt der Kaffeespezialitäten verborgen geblieben. Wie schade wäre das für unser Leben.
Der Espresso ist es nämlich, der die Basis für sämtliche Kaffeespezialtäten darstellt. Ein Café Creme, ein Cappuccino, eine Latte Macchiato, ein Caramel Macchiato, ein Ristretto, die Basis ist immer dieselbe. Immer ist das Ausgangsprodukt im eigentlichen Sinne der Espresso bzw. das angewendte Verfahren zur Herstellung eines solchen.
Was sich im Wesentlichen ändert, ist die Menge des zugeführten Wassers und damit die Extraktionszeit, also die Zeit, in welcher sich Espressopulver und Wasser berühren. Daraus ergibt sich jeweils ein unterschiedliches Kaffeebasisgetränk. Alles Weitere bei der Herstellung von Kaffeespezialitäten ergibt sich durch Zuführung von Milch und/oder Aromen. Daraus entstehen die vielfältigen Kaffeegetränke, die wir im Kaffeelexikon und in der Rubrik Kaffeespezialitäten ausführlich beschreiben.
Soviel sei aber noch erwähnt: Ein idealer Espresso entsteht durch das Zusammenspiel folgender Komponenten: dunkel geröstete Kaffeebohne, fein gemahlen, in einem Siebträger mit einem Tamper um 10 – 16 Kilopond verdichtet, 8 – 9 bar Druck in der Espressomaschine, ergibt mit 2,5 cl Wasser bei 90 Grad einen hervorragenden Espresso. Vorausgesetzt, der Barista versteht sein Handwerk. Und wir wissen, ein Espresso schmeckt immer anders, auch wenn er scheinbar noch so identisch zubereitet wurde.
Hier begeben wir uns wahrlich in ein gefährliches Gebiet. Welche die ideale Espressobohne, die optimale Röstung und die beste Zusammenstellung von Kaffeebohnen für einen perfekten Espresso ist, darüber streiten sich die Kaffee-Gelehrten.
Sagen wir, es gibt ein paar grundlegende Feststellungen, die man über die Kaffeebohne und den Espresso treffen kann. Über den Geschmack kann und wird man letzten Endes aber immer streiten.
Die Italiener, denen man die Espressokultur zuschreibt, verwenden reine Arabicas ebenso wie reine Robustas zur Herstellung eines Espressogetränks. Natürlich gibt es auch vielerlei Espressomischungen, die alle die Behauptung beanspruchen, basierend auf einem Geheimrezept die Beste zu sein.
Generell kann man gewissermaßen ein Nord-Südgefälle in Sachen Espressogeschmack beobachten. In Norditalien wird meist die Espressobohne heller verarbeitet und die Tendenz geht zu Arabicabohnen, während im Süden Italiens eine dunkle, fast schwarze Espressobohne den Gaumen befriedigt. Im südlichen Italien tendiert man geschmacklich gerne auch zur Robustabohne und nicht selten kann man einen sortenreinen Robusta-Espresso zelebriert bekommen. Ein solcher Espresso führt schon mal zu Geschmacksexplosionen.
Warum nun Arabica- oder Robustabohne?
Eine Arabicabohne mit ihren vielfältigen feinen Geschmacksnuancen scheint für viele Espressotrinker eine größere Vielfalt zu bieten. Bei dunklen Röstungen neigt die Arabicabohne jedoch gerne dazu, das Öl abzugeben und kann dann leicht bitter werden.
Die Robusta mit ihrer begrenzten Aromenvielfalt hingegen entwickelt eine ausgiebige Crema. Ein wichtiges Kriterium für einen Espressokenner. Für viele Kaffetrinker ist die Robustabohne wegen ihres geringeren Säuregehalts meist bekömmlicher. Dagegen puscht sie so richtig mit ihrem Koffeingehalt, welcher das zwei- bis dreifache einer Arabicobohne betragen kann.
Damit wir eine möglichst breite Geschmackvielfalt der espressotrinkenden Fangemeinde befriedigen können, haben wir Espressobohnen und Espressomischungen unterschiedlicher Herkunft und Röststufen in unserer Range.
Unsere Espressomischung „bean me up“ ist nichts für schwache Nerven. Die Ursprungsbohne des Kaffees afrikanischer Herkunft hat es in sich. Der äthiopische Wildkaffee ist die Urauflage des Kaffees und wir meinen, als Espressobohne geradezu gigantisch. Dieser Espresso verleiht dem menschlichen Körper ein wahres High-End-Erlebnis und versetzt die Sinne in einen kleinen Rausch.
Tipp: Espressoeinsteigern raten wir dringend vom Verzehr und Genuß dieser Bohne ab. Außerdem: Nichts für kleine Kinder. Immer schön sicher aufbewahren!!!
Espresso, so wie ihn die Italiener kennen und lieben. Dieser Espresso aus dem Ursprung südamerikanischer Ernte ist so feurig wie der brasilianische Samba.
Seinen reinen Geschmack beeinflußt nichts, absolut nichts. Einfach nur langsam dunkel geröstet ist dieser Espresso purer Ausdruck brasilianischen Zaubers. Hier gibt’s nichts zu diskutieren. Dieser Espresso ist für Puristen.
Dieser Espresso erweckt die Lebensgeister in dir! Kennen wir doch alle: Bevor’s so richtig los geht, muss die Maschine hochgefahren werden. Nicht zu schnell und nicht zu hektisch, einfach nur elegant und perfekt bringt diese Kaffeebohne deine Maschine morgens auf optimale Betriebstemperatur. Klar, der indische Spirit, der in dieser Kaffeebohne steckt, offenbart seine Ausgeglichenheit. Der Arabicageschmack kommt mit einer leicht untersetzten Robustanote optimal zur Geltung. Dieser Espresso ist ein Hochgenuß für den Gaumen, aber auch die Seele findet ihre Ruhe.
Espresso mit Seltenheitswert - 100 % Edelrobusta. Diese Robustabohne hat Vorzeigestatus. So gelingt ein Espresso mit einer ganz besonderen Geschmacksnote, einfach nur einfach, purer Espressogenuß mit einer gehörigen Crema. Diese Bohne hat viel, viel Koffein und das ist gut so.
Wer einen langen Schub braucht, den wird die Nachteule begeistern. Klar kann passieren, dass eine Nacht wie weggeblasen erscheint.
Manchmal meint man schon, die eigenen Bedürfnisse finden in all den Angeboten dieser Welt keine Befriedigung. Der Espressotrinker an sich ist so eine Spezies, der sich mit allem unter 100 % des Erreichbaren nicht zufrieden geben mag und schon gar nicht, wenn’s um seinen Espresso geht.
Kompromisse kann man im Leben immer noch schließen, klar. Für diese Randgruppe haben wir bei mybeans einen besonderen Service eingerichtet: Mach’s dir doch einfach selbst. Ob 100 % Arabica oder 100 % Robusta, ob der Inder einen kleinen Schub aus Südamerika braucht, du wirst schon wissen, was dein Espressogeschmack verlangt. Eine eigene Espressomischung anfertigen ist on vogue, aber bitte nur, wenn das Layout mit dem Private Label versehen wird. Dann ist es wirklich perfekt. Espresso selber mixen und Verpackung selbst gestalten, das ist was für Individualisten. Nein, um Gottes Willen, wir werden uns nicht einmischen. In Sachen Espresso mixen gibt es wirklich keine Faustformel.
Du bist der Profi und deine Intuition gibt dir recht. Wenn du denkst, ein Espressomix sollte 100 % sortenrein sein, gerne. Hauptsache, du hast dich durchgesetzt, das ist doch das Wichtigste.
Hier eigene Espressomischung kreieren und Packung gestalten.
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